Verfahren · Abwasser · Regenwasser
Ein kurzes Linerstück wird gezielt auf eine einzelne Schadstelle gesetzt: auf den Riss, die undichte Muffe, die fehlende Scherbe.
Vom ersten Zugang bis zur Abnahme.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Wer einen Schritt überspringt: meist die Bestandsaufnahme: merkt das erst, wenn die Baustelle schon läuft.
- 01Schaden ortenKamerabefahrung mit Meterangabe. Ohne genaue Position ist ein Kurzliner nicht setzbar. Er deckt nur wenige Dezimeter bis wenige Meter ab.
- 02Abschnitt vorbereitenDer Bereich wird gereinigt und, falls nötig, gefräst. Wurzeleinwuchs oder Ablagerungen müssen weg, sonst haftet nichts.
- 03Liner setzenDas getränkte Stück wird auf einem Packer zur Schadstelle gefahren, aufgepresst und härtet dort aus.
- 04Abnehmen und dokumentierenErneute Befahrung mit Protokoll. Das Ergebnis gehört in die Bestandsakte. Spätestens beim nächsten Schaden will jemand wissen, was hier schon gemacht wurde.
Was das praktisch bedeutet.
- Eingriff in die Substanz
- Minimal: punktuell, ohne Wandöffnung
- Nutzungseinschränkung
- Sehr kurz: meist wenige Stunden
- Erneuerungsumfang
- Nur die behandelte Stelle; der Rest der Leitung altert unverändert weiter
- Woran es scheitert
- An flächigem Verschleiß: Wo viele Stellen defekt sind, ist die Einzelreparatur der teurere Weg
Wofür es spricht
- Schnell, günstig und ohne Baustelle in der Wohnung.
- Der richtige Weg, wenn die Zustandsbewertung genau einen begrenzten Befund zeigt.
- Taugt als geplante Überbrückung: Der Strang hält, bis die Gesamtmaßnahme beschlossen und finanziert ist.
- Gut geeignet für Schäden an schwer zugänglichen Stellen, an die man sonst nur mit Stemmarbeiten käme.
Wo es aufhört
- Löst nichts, was flächig ist. Bei durchgehendem Verschleiß werden aus einem Kurzliner schnell fünf, und dann wäre der durchgehende Liner günstiger gewesen.
- An den Linerkanten entstehen kleine Absätze, an denen sich Ablagerungen sammeln können.
- Ohne saubere Dokumentation weiß beim nächsten Schaden niemand mehr, welche Abschnitte bereits behandelt sind.
- Verschiebt bei falscher Anwendung nur die Entscheidung, samt der Kosten, die bis dahin weiterlaufen.
Diese Punkte müssen am Objekt geklärt sein.
Kein Verfahren ist grundsätzlich besser als ein anderes. Entscheidend ist, was das konkrete Rohr hergibt und das steht nicht im Prospekt des Systemherstellers.
Zustand zuerst klären lassen- Ist der Befund tatsächlich punktuell oder nur punktuell untersucht?
- Wie ist der Zustand der Leitung links und rechts der Schadstelle?
- Ist der Kurzliner die Lösung, oder eine geplante Überbrückung mit Enddatum?
- Wie viele Einzelstellen sind bekannt, und ab welcher Anzahl kippt die Wirtschaftlichkeit?
Regelwerke, die den Rahmen setzen
- DIN EN ISO 11296-4: sinngemäß für Teilstücke
- DIN 1986-30: Instandhaltung von Entwässerungsanlagen
Fragen zu diesem Verfahren.
Alle Fragen lesenEine feste Zahl gibt es nicht, weil Anfahrt, Zugang und Reinigung jeweils erneut anfallen. Praktisch entscheidet die Verteilung der Schäden: Liegen sie über die ganze Länge verteilt, ist der Langliner meist der günstigere und dauerhaftere Weg. Genau diese Rechnung gehört in die Planung, bevor ausgeschrieben wird.
Nein, sofern er zu einem Befund passt, der tatsächlich begrenzt ist. Zur Notlösung wird er, wenn er eingesetzt wird, weil niemand den Gesamtzustand kennt. Der Unterschied liegt nicht am Verfahren, sondern an der Grundlage.
Die anderen Verfahren.
Ein Verfahren allein sagt wenig. Interessant wird es im Vergleich und der gehört in die Planung, nicht ins Verkaufsgespräch.
Welches Verfahren passt zu Ihrem Strang?
Schildern Sie Objektart, Leitungsart und was bereits bekannt ist. Sie erhalten eine Einschätzung, welche Grundlage für eine belastbare Verfahrenswahl noch fehlt.
